Bauauftrag für die Modernisierung der Linie Rheineck–Walzenhausen vergeben

Mit der Vergabe der Bauarbeiten zur Modernisierung und Automatisierung der Linie Rheineck–Walzenhausen erreichen die Appenzeller Bahnen (AB) einen weiteren wichtigen Meilenstein. Für den langfristigen Erhalt der Strecke und die Umstellung auf den führerlosen Betrieb sind umfassende Erneuerungen an der komplexen Infrastruktur nötig. Vorbehältlich der Genehmigung durch das Bundesamt für Verkehr beginnen die Hauptbauarbeiten im Januar 2027.

Die AB haben die Bauarbeiten für die Modernisierung der Linie Rheineck–Walzenhausen an die Schweizer Firma Walo Bertschinger, Goldach, vergeben. Das Auftragsvolumen für die Bauarbeiten beträgt rund 27 Millionen Franken. Mit diesen Investitionen stellen die AB sicher, dass die Strecke während der nächsten 30 bis 50 Jahre sicher, zuverlässig und wirtschaftlich betrieben werden kann. Die Vergabe der Infrastrukturarbeiten markiert einen weiteren wichtigen Meilenstein: Das Projekt geht damit von der Planungs- in die Realisierungsphase über. Für den Baustart benötigen die AB noch die Plangenehmigungsverfügung des Bundesamts für Verkehr (BAV), die sich derzeit in Prüfung befindet. Um den ambitionierten Zeitplan einhalten zu können, haben die AB eine Teilverfügung beantragt. Diese soll ermöglichen, bereits diesen September die Baupisten und Installationsplätze für die Hauptarbeiten zu erstellen. Der offizielle Baustart und die Ausserbetriebnahme der Bahn ist weiterhin für Anfang 2027 vorgesehen.

Nahezu die gesamte Bahninfrastruktur wird erneuert
Die Modernisierung und Automatisierung der Linie Rheineck–Walzenhausen umfasst weit mehr als die Beschaffung eines neuen Fahrzeugs und die Einführung neuer Technologien. Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Grossteil der Bahninfrastruktur das Ende seiner Lebensdauer erreicht hat. Deshalb erneuern die AB entlang der gesamten Strecke die Infrastruktur umfassend und schaffen damit die Grundlage für einen sicheren, zuverlässigen und barrierefreien Bahnbetrieb. Wo die bestehende Infrastruktur in einem guten Zustand ist, setzen die AB auf eine sorgfältige Instandsetzung und Weiternutzung.

Zu den wichtigsten Bauarbeiten gehören:

  • Gesamte Strecke: Erneuerung der Fahrbahn mit Unter- und Oberbau, der Zahnstangen, der Hangsicherungen sowie der Fahrleitung.
  • Tunnel: Totalsanierung des 311 Meter langen Schutztunnels sowie des 70 Meter langen Walzenhausentunnels.
  • Brücken und Ingenieurbauwerke: Erneuerung und Instandsetzung der drei Ruderbachbrücken, der Brücke Hof, der Brücke Grund sowie der Überführung Rüti und Sanierung sämtlicher Einschnitte.
  • Bahnübergänge: Erneuerung der beiden Bahnübergänge an der Kantonsstrasse Ruderbach und der Brüggershofstrasse.
  • Bahnhof Rheineck: Modernisierung der Publikumsanlage, Abbruch des Hochperrons und Absenkung des Gleises für einen stufenlosen Einstieg.
  • Bahnhof Walzenhausen: Modernisierung der Publikumsanlage, Einbau einer Liftanlage für den barrierefreien Zugang sowie Erneuerung der Gleichrichteranlage für den Bahnbetrieb.
  • Bahnhof Ruderbach: Erneuerung der Haltestelle
  • Neues digitales Zugsteuerungssystem: Es überwacht und steuert die Züge in Echtzeit und gewährleistet einen sicheren und zuverlässigen Betrieb.
  • Mit den Modernisierungsarbeiten erfüllt die Infrastruktur künftig die Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes und entspricht dem heutigen Stand der Technik.

Innovation zum Erhalt der Linie
Parallel zu den Bauvorbereitungen ist bei Stadler Rail das neue Fahrzeug für die Linie Rheineck–Walzenhausen im Bau. Der Wagenkasten befindet sich derzeit in Bussnang. Dort erfolgt der Innenausbau. Noch während der Bauarbeiten an der Infrastruktur beginnen die ersten Testfahrten. Die offizielle Inbetriebnahme der neuen Bahn ist im Jahr 2028 geplant.

Mit der Modernisierung der Linie Rheineck–Walzenhausen entsteht die weltweit erste vollautomatisierte Überland-Adhäsions- und Zahnradbahn. Die AB haben sich für diese innovative und führerlose Lösung entschieden, um den langfristigen Erhalt der traditionsreichen Bahnverbindung zu sichern. Gleichzeitig ermöglicht die neue Technologie eine Ausweitung der Betriebszeiten und einen wirtschaftlicheren Betrieb. Über die letzte Fahrt des heutigen Triebwagens sowie über dessen künftige Verwendung informieren die AB zu einem späteren Zeitpunkt.

Bilder
Bild 1: Übersichtsgrafik Bauarbeiten Linie Rheineck-Walzenhausen
Bild 2: Tunnelportal in Walzenhausen
Bild 3: Ruderbachbrücken
Bild 4: Brücke Hof
Bild 5: Schutztunnel

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Projektwebsite: www.appenzellerbahnen.ch/rhw